Schwäbisch Wiki

Hier sammeln wir schwäbische Worte und erklären ihre Bedeutung ;-) 

Schwäbisch

Hochdeutsch

Erklärung

Podcast Episode


bruttlig

mürrisch

Manch einer mag behaupten, alle Schwaben wären ein wenig "bruttlig", doch genau das mache ihren Charme aus.

HVP002



Gell

Stimmt es?

Mit "gell" werden Sätze abgeschlossen. Was man vermuten könnte, ist dass eine Antwort auf dieses fragende "gell" erwartet wird, doch dem ist nicht so. Man hätte jedoch die Chance zu widersprechen.

HVP033



Grasdaggl

Grasdackel

"Du Grasdaggl" kann in Bezug auf sich selbst verwendet werden, wenn man sich zum Beispiel über die eigene Schusseligkeit ärgert oder als Schimpfwort für eine andere Person. Hier gibt der Tonfall den Ausschlag, ob es eine liebevoll gemeinte Beschimpfung ist oder eine verärgerte.

HVP063



Grumbeere

Kartoffel

Vermutlich kommt der Ausdruck von Grundbirne, also Frucht aus dem Boden und könnte das Äquivalent zum Erdapfel sein.

HVP059



Gsälzbär

Marmeladenbär

Diese Bezeichnung wird gern als Kosename verwendet. Die Bedeutung, die hineingelegt wird, variiert von der liebevollen Bezeichnung für einen Dummkopf, über einen muffeligen Menschen oder jemanden, der gerne Marmeladenbrot isst. Zusätzlich ist es einfach lieb gemeint.

HVP052



Gutsle

Bonbon oder Plätzchen

Bei dieser Bezeichnung streiten sich die Schwaben - nicht um die Leckerei, sondern um die Bedeutung. Während in einigen Regionen Gutsle Bonbons sind, bezeichnen andere ihr Weihnachtsgebäck so oder doch eher als Bredle?

HVP046



Häs / Häß

Kleidung bzw. Karnevalskostüm

Die Bezeichnung Häs wird genutzt für die Kostüme an der Fasnet bzw. auch für die ganz normale Alltagskleidung.

HVP056



Heeba

Halten

Wenn ein Nagel fest in die Wand geschlagen wurde, dann "heebt" das Bild bzw. es hält fest. Auch wenn etwas eine lange Lebensdauer hat, dann "heebt" es lange bzw. es steht lange zur Nutzung zur Verfügung.

HVP031



Herrgottsbescheißerle

Maultaschen

Um die Entstehung von Maultaschen gibt es einige Legenden. Eine besagt folgendes:

Die Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn sollen während der Fastenzeit das Fleisch vor dem lieben Herrgott im Teig versteckt haben. So entstand zum einen der gebräuchliche Name "Maul"-Tasche, benannt nach dem Kloster und zum anderen der volkstümliche Ausdruck.

HVP002



Hocket(s)e

Geselliges Beisammensitzen mit Speis und Trank

Die Wortherkunft liegt im Wort "Hocken", was im Schwäbischen für "Sitzen" verwendet wird. Bei einer Hocketse sitzt man also gemütlich beisammen. Meist werden diese Feste von Vereinen oder von lokalen Unternehmen wie Bäckereien veranstaltet.

Der Ausdruck Hocketse wird scherzhaft auch vom Ausspruch "do hocket se" („da sitzen sie“) hergeleitet.

HVP014



Lass lobbern!

Lass krachen! Hau rein! Viel Erfolg!

 

Dieser Ausdruck stammt aus Altenriet und scheint sehr lokal zu sein. Bei sportlichen Wettkämpfen wird er gern verwendet um die Teilnehmer anzufeuern.

HVP034



Lensa/Leisa, Schpätzle, Soidawürschtle

Linsen, Spätzle, Würstchen

Hierbei handelt es sich um des schwäbische Nationalgericht. Wie die meisten Klassiker der schwäbischen Küche, wurde auch dieses Gericht, in der sogenannten Arme-Leuteküche entdeckt. Linsen waren nahrhaft, sättigend und leicht zu lagern. Sie wurden zumeist auf der Schwäbischen Alb angebaut.

Die Variante mit den Würstchen kam erst viel später dazu.

HVP029 & HVP046



Muggebatscher

Fliegenklatsche

„Mugg“ ist im Schwäbischen die Stubenfliege und eigentlich alles, was klein ist und durch die Gegend fliegt. Stören diese Flugtiere, kommt der Muggebatscher zum Einsatz.

HVP046



Muggeseggele

ein kleines Bisschen

„Mugg“ ist im Schwäbischen die Stubenfliege und als "Seggele" bezeichnet man deren Geschlechtsorgan. Ein Entomologe vom Stuttgarter Naturkundemuseum soll dieses wissenschaftlich vermessen haben und laut seiner Untersuchung liegt der Durchschnittswert bei 0,22 Millimeter. ;-)

HVP008



Oagnehm

unangenehm, peinlich

"Des isch mir abbr saumäßig oagnehm." bedeutet, dass etwas sehr unangenehm oder peinlich ist.

HVP061



Obache

außerordentlich, sehr

"Es isch obache hoess" bedeutet, dass es sehr sehr warm ist.

HVP038



Oms nomgugge

Eine Übersetzung ist nicht möglich ;-)

Plötzlich; Ehe man sich versieht; Auf einmal; Ruck Zuck...

HVP035



Phäb

Nah oder eng

"Phäb" ist die perfekte Ergänzung deines Wortschatzes passend zu "Muggeseggele". Denn wenn etwas zu "phäb" ist, musst du ein "Muggeseggele" weg machen. Oder wenn etwas zu eng ist, dann muss ein kleines Bisschen weg.

HVP031



Reingeschmeckte(-)r

Zugezogene(-r)

Ein Reingeschmeckter kommt aus einem anderen Ort. Er ist fremd, zugezogen, eben nicht von hier. Man erkennt ihn oder sie natürlich am Dialekt.

HVP060



Schäddzle

Schätzchen, Schatz

Diese Bezeichnung wird gern für liebreizende, hilfsbereite, nette Frauen verwendet. Außerdem ist es ein beliebter Kosename.

HVP028



Schduagard

Stuttgart

Kaum zu verstehen, doch hierbei handelt es sich um die Hauptstadt Baden-Württembergs. Als Teilhauptstadt wird auch manchmal Ha noi genannt - was nicht mit der Hauptstadt Vietnams zu verwechseln ist, sondern ein Ausruf der Ablehnung darstellt.

HVP029



Schlotzer/Schloddzr

Lutscher

"S'Läba isch koi Schloddzr." Das Leben ist kein Lutscher oder anders gesagt: Das Leben ist kein Ponyhof. Hier bekommst du nichts geschenkt. Schaffe schaffe...

HVP046



Wengerter

Winzer/Weingärtner

Wengerter kommt von Wengert. Auch als Familiename wird dir diese Bezeichnung begegnen. 

HVP011



Zinnober

Aufstand, Streit

"Jetzt mach keen Zinnober", heißt so viel wie "Jetzt reg dich ab und mach keinen Aufstand". Ein Zinnober ist auch etwas, was wertlos und unsinnig ist, oder um welches unnötiges Aufsehen gemacht wird.

HVP037



Zupfig

kalt, frisch

Im Oktober kann es schon mal ein bisschen zupfig sein.

HVP038