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Schwäbisch

Hochdeutsch

Erklärung & Podcast Episode


Bräschtling

Erdbeere

Für die Herkunft des Wortes gibt es einige Ideen. Logisch klingt zum Beispiel, dass ein Schwabe aus der Nähe der französischen Hafenstadt Brest eine Pflanze mit nach Hause gebracht haben soll.

HVP108


Bruttlig

Mürrisch

Manch einer mag behaupten, alle Schwaben wären ein wenig "bruttlig", doch genau das mache ihren Charme aus.

HVP002


Ebbes

Etwas, irgendetwas

Ebbes geht leichter über die Lippen als das sperrige Etwas. Die Herkunft des Wortes ist sonst unklar. Schön wird die Nutzung verschiedener Wörter dieser Art: "Hodd dir ebba ebber ebbes doa?" Dies bedeutet soviel wie: "Hat dir etwa einer etwas Böses angetan?'"

HVP112


Fasnet

Fastnacht, Fasching

Im Ländle sind alle Begriffe für die 5. Jahreszeit außer "Fasnet" verpönt, so feiert man doch die Schwäbisch-alemannische Fasnet - ein immaterielles UNESCO Kulturerbe mit langer und vielfältiger Tradition.

HVP109


Gell

Stimmt es?

Mit "gell" werden Sätze abgeschlossen. Was man vermuten könnte, ist dass eine Antwort auf dieses fragende "gell" erwartet wird, doch dem ist nicht so. Man hätte jedoch die Chance zu widersprechen.

HVP033


Grasdaggl

Grasdackel

"Du Grasdaggl" kann in Bezug auf sich selbst verwendet werden, wenn man sich zum Beispiel über die eigene Schusseligkeit ärgert oder als Schimpfwort für eine andere Person. Hier gibt der Tonfall den Ausschlag, ob es eine liebevoll gemeinte Beschimpfung ist oder eine verärgerte.

HVP063


Grumbeere

Kartoffel

Vermutlich kommt der Ausdruck von Grundbirne, also Frucht aus dem Boden und könnte das Äquivalent zum Erdapfel sein.

HVP059


Gsälzbär

Marmeladenbär

Diese Bezeichnung wird gern als Kosename verwendet. Die Bedeutung, die hineingelegt wird, variiert von der liebevollen Bezeichnung für einen Dummkopf, über einen muffeligen Menschen oder jemanden, der gerne Marmeladenbrot isst. Zusätzlich ist es einfach lieb gemeint.

HVP052


Gschell

Gurt mit Glocken bzw. Rollen

Eigentlich gibt es keine Schellen in der Schwäbisch-alemannischen Fasnet, sondern Gurte mit Glocken oder Rollen. Als Oberbegriff hat sich jedoch der Begriff Schellen etabliert. Glocken sind geöffnet und Rollen sind geschlossen mit einem kleinen Schlitz.

HVP109


Gutsle

Bonbon oder Plätzchen

Bei dieser Bezeichnung streiten sich die Schwaben - nicht um die Leckerei, sondern um die Bedeutung. Während in einigen Regionen Gutsle Bonbons sind, bezeichnen andere ihr Weihnachtsgebäck so oder doch eher als Bredle?

HVP046


Halbdaggl

Halbdackel

Halbdaggl kann im Schwäbischen als Kosewort verwendet, jedoch auch in Bedeutung von Depp eingesetzt werden.

HVP072


Häs / Häß

Kleidung bzw. Karnevalskostüm

Die Bezeichnung Häs wird genutzt für die Kostüme an der Fasnet bzw. auch für die ganz normale Alltagskleidung.

HVP056 & HVP109


Hägger

Schluckauf

Vermutlich kommt es vom umgangssprachlich-lautmalerischen Hickser.

HVP106


Heeba

Halten

Wenn ein Nagel fest in die Wand geschlagen wurde, dann "heebt" das Bild bzw. es hält fest. Auch wenn etwas eine lange Lebensdauer hat, dann "heebt" es lange bzw. es steht lange zur Nutzung zur Verfügung.

HVP031


Herrgottsbescheißerle

Maultaschen

Um die Entstehung von Maultaschen gibt es einige Legenden. Eine besagt folgendes:

Die Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn sollen während der Fastenzeit das Fleisch vor dem lieben Herrgott im Teig versteckt haben. So entstand zum einen der gebräuchliche Name "Maul"-Tasche, benannt nach dem Kloster und zum anderen der volkstümliche Ausdruck.

HVP002 & Rezept zum Nachkochen HVP118


Hocket(s)e

Geselliges Beisammensitzen mit Speis und Trank

Die Wortherkunft liegt im Wort "Hocken", was im Schwäbischen für "Sitzen" verwendet wird. Bei einer Hocketse sitzt man also gemütlich beisammen. Meist werden diese Feste von Vereinen oder von lokalen Unternehmen wie Bäckereien veranstaltet.

Der Ausdruck Hocketse wird scherzhaft auch vom Ausspruch "do hocket se" („da sitzen sie“) hergeleitet.

HVP014


Jucken

Springen, dynamisch gehen

An der Fasnet jucken (springen) einige Narren durch die Gassen. Manchen gehen oder humpeln auch. Außerhalb der Fasnet kann man auch dynamisches Gehen als Jucken bezeichnen.

HVP109


Lass lobbern!

Lass krachen! Hau rein! Viel Erfolg!

Dieser Ausdruck stammt aus Altenriet und scheint sehr lokal zu sein. Bei sportlichen Wettkämpfen wird er gern verwendet um die Teilnehmer anzufeuern.

HVP034


Lensa/Leisa, Schpätzle, Soidawürschtle

Linsen, Spätzle, Würstchen

Hierbei handelt es sich um des schwäbische Nationalgericht. Wie die meisten Klassiker der schwäbischen Küche, wurde auch dieses Gericht, in der sogenannten Arme-Leuteküche entdeckt. Linsen waren nahrhaft, sättigend und leicht zu lagern. Sie wurden zumeist auf der Schwäbischen Alb angebaut.

Die Variante mit den Würstchen kam erst viel später dazu.

HVP029 & HVP046


Muggebatscher

Fliegenklatsche

„Mugg“ ist im Schwäbischen die Stubenfliege und eigentlich alles, was klein ist und durch die Gegend fliegt. Stören diese Flugtiere, kommt der Muggebatscher zum Einsatz.

HVP046


Muggeseggele

Ein kleines Bisschen

„Mugg“ ist im Schwäbischen die Stubenfliege und als "Seggele" bezeichnet man deren Geschlechtsorgan. Ein Entomologe vom Stuttgarter Naturkundemuseum soll dieses wissenschaftlich vermessen haben und laut seiner Untersuchung liegt der Durchschnittswert bei 0,22 Millimeter. ;-)

HVP008


Oagnehm

Unangenehm, peinlich

"Des isch mir abbr saumäßig oagnehm." bedeutet, dass etwas sehr unangenehm oder peinlich ist.

HVP061


Obache

Außerordentlich, sehr

"Es isch obache hoess" bedeutet, dass es sehr sehr warm ist.

HVP038


Oms nomgugge

Eine Übersetzung ist nicht möglich ;-)

Plötzlich; Ehe man sich versieht; Auf einmal; Ruck Zuck...

HVP035


Phäb

Nah oder eng

"Phäb" ist die perfekte Ergänzung deines Wortschatzes passend zu "Muggeseggele". Denn wenn etwas zu "phäb" ist, musst du ein "Muggeseggele" weg machen. Oder wenn etwas zu eng ist, dann muss ein kleines Bisschen weg.

HVP031


Reingeschmeckte(-)r

Zugezogene(-r)

Ein Reingeschmeckter kommt aus einem anderen Ort. Er ist fremd, zugezogen, eben nicht von hier. Man erkennt ihn oder sie natürlich am Dialekt.

HVP060


Schäddzle

Schätzchen, Schatz

Diese Bezeichnung wird gern für liebreizende, hilfsbereite, nette Frauen verwendet. Außerdem ist es ein beliebter Kosename.

HVP028


Schduagard

Stuttgart

Kaum zu verstehen, doch hierbei handelt es sich um die Hauptstadt Baden-Württembergs. Als Teilhauptstadt wird auch manchmal Ha noi genannt - was nicht mit der Hauptstadt Vietnams zu verwechseln ist, sondern ein Ausruf der Ablehnung darstellt.

HVP029


Schlotzer/Schloddzr

Lutscher

"S'Läba isch koi Schloddzr." Das Leben ist kein Lutscher oder anders gesagt: Das Leben ist kein Ponyhof. Hier bekommst du nichts geschenkt. Schaffe schaffe...

HVP046


Stäffele & Stäffelesrutscher

Staffel & Staffelrutscher

Als Stäffele bezeichnet man die Treppenanlagen in Stuttgart, die früher zur Verbindung der Weinberge erbaut wurden. Heute gibt es eine Vielzahl dieser Stäffele in der Landeshauptstadt, was den Stuttgartern den Spitznamen Stäffelesrutscher verschafft hat. Die Quelle ist nicht ganz eindeutig belegt: entweder es kommt von bei Glätte hinunterrutschen oder vom spielerischen Gebrauch der Geländer und Kinderwagenrinnen.

HVP087


Wengerter

Winzer/Weingärtner

Wengerter kommt von Wengert. Auch als Familiename wird dir diese Bezeichnung begegnen. 

HVP011


Zinnober

Aufstand, Streit

"Jetzt mach keen Zinnober", heißt so viel wie "Jetzt reg dich ab und mach keinen Aufstand". Ein Zinnober ist auch etwas, was wertlos und unsinnig ist, oder um welches unnötiges Aufsehen gemacht wird.

HVP037


Zupfig

Kalt, frisch

Im Oktober kann es schon mal ein bisschen zupfig sein.

HVP038