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Packliste für deine Jakobswegtour - Nur das Nötigste und das Wichtigste soll auf deinen Rücken - Episode HVP023


 

Diese Packliste ist für eine Wanderung in der Zivilisation und setzt ein Netz an Übernachtungsmöglichkeiten voraus. Egal, ob du auf einem Jakobsweg unterwegs bist oder auf dem Westweg oder einem Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins. Für Touren jenseits der Zivilisation könnten noch Dinge wie Zelt, Isomatte, Kocher und viel mehr Verpflegung dazukommen.

 

Da wir Pilger sind, haben wir dir dafür unsere Tipps zusammengestellt und teilen unsere Erfahrungen mit dir.

 

Zur Vorbereitung auf einen längeren Wanderweg gehört als eines der ersten Dinge, die wichtigste Sache an sich: deinen Rucksack mit dem Nötigsten, aber dennoch allem zu packen, was du in den Tagen oder Wochen, die du unterwegs bist, benötigst.

 

Bedenke beim Packen unbedingt, dass du nicht aus der Welt bist und du viele Möglichkeiten hast Dinge nachzukaufen und ggf. auch wieder was nach Hause zu schicken.

Die meisten Pilger nehmen auf ihrem ersten Jakobsweg einiges zu viel an Gepäck mit. Und das, obwohl sie davon überzeugt sind, dass sie „nur das Nötigste“ dabeihaben. Womöglich wird es auch dir so gehen….

 

Deshalb habe wir für dich diese Packliste zusammengestellt und darin unterschieden zwischen „Must have“ und Luxusartikeln (L).

 

Ein Trick um einen Überblick über deine Dinge zu bekommen, ist alles auf einem Tisch auszubreiten, was du glaubst zu brauchen. Wiege dann jedes Teil ab und entscheide neu, ob es unbedingt notwendig ist. Frank hat auf diese Weise zwei Drittel seiner Dinge daheim gelassen.

 

Als Richtwert für das Gepäck gilt: weniger als ca. 10 % des eigenen Körpergewichts sollte der Rucksack wiegen. Für eine normal schwere Frau ist dies eine Herausforderung. Ich hatte bei meiner letzten Tour 14 Kilo dabei und das ging auch, doch bedarf dies einiges an Training.

 

Zusätzlich zu all deinen Utensilien kommen ja auch immer noch Verpflegung und Wasser. Hier ist es eine Gratwanderung zwischen zu viel und zu wenig. Das musst du für dich herausfinden. Tipp: Deine Wasservorräte kannst du außer im Supermarkt auch auf Friedhöfen, in Wirtschaften oder bei Privatleuten auffüllen lassen.

 

Und nun zur Liste!

 

Kleidung (natürlich abhängig von der Jahreszeit)

  • 2 Outdoor Hosen – beide am besten mit Beinen zum Abzippen oder eine lange und eine kurze Hose
  • 1 leichter Gürtel – für den Fall, dass du ein paar Kilo Körpergewicht oder ein paar Zentimeter Bauchumfang verlierst
  • Badeklamotten – für die Abkühlung im See, Fluss oder Meer
  • 2 Funktionsshirts/Outdoorhemden – ein gutes Material ist Merinowolle, da sie nicht riecht
  • 1 Baumwollshirt – für abends und zum Schlafen
  • 1 Bluse/langärmeliges Hemd – für abends und als Windschutz beim Wandern
  • 1 Kopfkissenbezug (L) – Da kommt bei Bedarf Kleidung als Kissenersatz rein.
  • 1 warme Jacke (je nach Wetter) – eignet sich prima als Kopfkissenersatz und ist gemütlich, wenn es kälter wird
  • 1 Rock oder Kleid – für abends um nicht in den Wanderklamotten die Ortschaft erkunden zu müssen
  • 4 Unterhosen – eine Schlafhose und drei Unterhosen
  • 1 BH – entscheide selbst, ob es ein Sport-BH sein muss oder ob ein leichtes Bustier reicht
  • 3 Paar Wandersocken – unbedingt passend zu deinen Schuhen! Nichts ist schlimmer als rutschende oder drückende Socken
  • Kopfbedeckung – als Sonnenschutz und bei Wind als Haarhalterung. Bei Frank beliebt sind die Buffs
  • (Multifunktionstücher) als Ohrenschutz, Kopfbedeckung, Schweißtuch am Arm, Halstuch. Ich mag gern Schirmmützen, da sie Schatten spenden über den Augen und ich so keine Sonnenbrille brauche.
  • Brille und Sonnenbrille
  • Regenschutz – in Form von Regenjacke und Regenhose, Regenponcho, Rucksackregenschutz oder Regenschirm. Beim Regenponcho ist darauf zu achten, dass dieser so geschnitten ist, dich und den Rucksack abzudecken. Diese „All-in-one“ Lösung ist schwierig alleine anzuziehen, es bedarf in der Regel Hilfe von einer weiteren Person. Trotzdem ist diese Ausführung der beste Wasserschutz. Wenn es warm genug ist, dann reicht auch mal ein Rucksackregenschutz und Regenschirm oder bei kühleren Tagen die Variante mit Hose, Jacke und Rucksackschutz, da du so zusätzlich gewärmt wirst. 

Nützliche Dinge

  • 1 Haken – zum Aufhängen des Rucksacks in der Herberge an das Bettgestell oder von gewaschener Kleidung zum Trocknen. Der wiegt nicht viel, kann dir jedoch wichtige Dienste erweisen.
  • Stoffbeutel – um Gegenstände im Rucksack zu sortieren. Bitte wähle Stoffbeutel statt Plastiktüten, da diese nicht „rascheln“. Damit tust du deinen Bettnachbarn beim morgentlichen Packen und abendlichen Gruscheln einen großen Gefallen. Diese Stoffbeutel kannst du auch für Einkäufe oder Streifzüge durch die Städtchen am Abend verwenden.
  • Waschtasche oder Stoffbeutel mit Waschutensilien – alles in Kleinpackungen
  • Nagelschere und Nagelfeile
  • Hirschtalg (L) – zum Füße Eincremen bevor du morgens in die Socken steigst oder Fußpuder (L), wenn du eher zum Schwitzen an den Füßen neigst
  • Sonnencreme
  • Labello eventuell mit UV Schutz (L)
  • Gesichtshandtuch und Mikrofaser Duschtuch – je größer, desto größer ist der Luxus (L)
  • 1. Hilfe Set und Notfallmedizin – Pflaster und spezielle Pillen. Alles andere bekommst du unterwegs zu kaufen, denn Apotheken gibt es überall.
  • Plastikdose – für Kleinkram wie Schere, Kopfhörer, Handy- und Laptopladekabel. Diese kannst du auch als Schüssel oder als Aufbewahrung von Obst verwenden.
  • Feuchttücher und oder Desinfektionsgel
  • Hüttenschlafsack oder kleiner Daunenschlafsack (L)
  • Ohrstöpsel, damit du eine ruhige Nacht hast im Schlafsaal
  • Handy mit Ladekabel und Kopfhörer
  • Powerbank für Handy (L)
  • Fotoapparat (L)
  • Selfie Stick (L)
  • Trinkflasche – auch für den Flieger – vor der Sicherheitskontrolle leer trinken und danach mit Leitungswasser wieder auffüllen
  • Badeschlappen, Flip-Flops oder Crocs – zum Duschen, für die Unterkunft oder auch mal abends um durch die Gegend zu flanieren
  • Trekkingsandalen (L) – Diese kannst du auch mal stundenweise als Wanderschuhersatz anziehen. Frank rät: „Immer im Alt-Herren-German-Style - also mit Socken.“ Sieht zwar nicht sexy aus, schützt jedoch vor Blasen.
  • 1 Paar Wanderschuhe - Die Ausführung hängt vom Gelände und von deinen Vorlieben ab.
  • Laptop und Ladekabel (L) – Überlege dir vorher wofür du ihn brauchst und ob dies nicht mit dem Handy auch geht.
  • Taschenmesser, Löffel/Gabelkombi oder Einwegplastikbesteck
  • Trinkbecher aus Edelstahl oder Bambusbecher
  • Taschentücher und ein kleiner Vorrat an Toilettenpapier
  • Geldbörse mit Bargeld
  • Kreditkarte zum kostenfreien Geldabheben im Ausland und EC-Karte zum Bezahlen
  • Krankenversicherungskarte und Kontakt zur Auslandskrankenversicherung – Prüfe unbedingt, wie lange deine Reise abgesichert ist. Eventuell musst du in einen anderen Tarif wechseln, wenn du länger unterwegs bist.
  • Personalausweis und Führerschein
  • Notfalladressen und Nummern
  • Wohnungsschlüssel
  • Ein paar Sicherheitsnadeln und Mehrweg-Kabelbinder
  • Sitzkissen – aus Isomattenmaterial für eine Pause mit warmen Hintern
  • Wanderstöcke – aus Carbon (je Stock 204g) mit Teleskopfunktion und Klemmverschluss (easy quick lock). Diese brauchst du nur für bergige Strecken und um das Gewicht deines Rucksacks besser zu verteilen. Wenn du sie nicht brauchst, sollten sie an deinem Rucksack Platz finden. Wenn du Stöcke nutzt, dann nimm unbedingt Trekking-Pads aus Gummi mit um die Spitzen der Stöcke abzudecken und die Ohren der Mitpilger zu schonen.
  • Pilgertagebuch für Notizen und Stift
  • Credencial – Pilgerausweis für die Stempel, die du sammeln solltest um deine Pilgerurkunde in Santiago zu bekommen oder dich später an die einzelnen Stationen erinnern zu können.
  • Jakobsmuschel für den Rucksack – die dich auf den ersten Blick als Pilger kennzeichnet
  • Reiseführer/Ausdrucke von Etappenabschnitten/Höhenprofile Pilgerbüro – abfotografiert oder nur die Zettel, die du für deine Strecke brauchst. Schreibe dir lieber ein paar Stichworte raus, statt Bücher mitzutragen. Du kannst auch Mitglied in einer der vielen Facebook Gruppen z.B. Jakobsweg-Caminho Português werden. Dort bekommst du alle Infos und Hilfe unterwegs.

Der Rucksack

Für den Rucksack haben wir nicht den ultimativen Tipp.

Du musst ausprobieren, was für dich am besten passt. Nimm dir dafür unbedingt Zeit und überlege auch, ob du einen neuen Rucksack brauchst oder einen Altbewährten nutzt.

 

Ein paar Features geben wir dir mit:

  • Größe – unter 50 Liter
  • Hüftgurt – mit Taschen dran für Kleinkram, der immer griffbereit sein sollte
  • Außentaschen für Wasserflaschen – die du beim Laufen gut erreichen kannst
  • Nice to have – von vorn zu öffnen, statt nur von oben
  • Mehrere kleine eingenähte Taschen, damit du deine Dinge gut sortiert packen kannst

Was du nicht brauchst

  • Rei in der Tube - In den Pilgerherbergen gibt es oftmals Waschmaschinen und sogar Trockner oder zumindest eine Waschmöglichkeit. Waschen kannst du dann auch mit deinem Duschbad.
  • Von allem zu viel – wasch lieber öfter
  • Zuviel Verpflegung – du bekommst überall was zum Essen

Unser Tipp

Pack alles ein was du denkst, was du für eine mehrtägige Pilgerwanderung brauchst. Teste dann das Gesamtgewicht des gepackten Rucksacks, den Sitz des Rucksacks an deinem Körper und geh mal einen Tag damit wandern.  

 

Probiere auch deine Wanderschuhe und die Kleidung an und aus. Nichts sollte zwicken, kneifen oder verrutschen.

Schlaf mal eine Nacht im Hüttenschlafsack oder deinem Daunenschlafsack um die beste Wahl zu treffen.

 

Und nun viel Freude beim Packen und Pilgern 😉


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