· 

Wanderung durch Schönbuch & Ammertal - Episode HVP014



 

Die Wanderung führt vom Bahnhof in Herrenberg über den Marktplatz, hoch hinaus an der Stiftskirche vorbei auf den Schlossberg. Am Schönbuchtrauf entlang mit Abstecher zum Schönbuchturm geht es bis nach Kayh. Der Rückweg führt über Rapsfelder, durch Streuobstwiesen im Ammertal zurück nach Herrenberg City.

Die Wanderung ist ca. 17 Kilometer lang und es gilt 290 Höhenmeter zu überwinden. Der meiste Anstieg ist nach dem ersten Kilometer bereits überwunden.

 

Den genauen Verlauf kannst du in Komoot nachverfolgen und nachwandern.

 

Was ist Komoot und wie funktioniert es?

 

Mit Komoot kannst du am PC Routen planen, Tracks per Smartphone aufzeichnen und auf eine Vielzahl bereits aufgezeichneter Tracks zugreifen und sie „nachwandern“

Die Technologie von Komoot ermöglicht jedem, passende Outdoor-Erlebnisse zu finden, zu planen und zu erleben.

Es gibt verschiedene Kategorien: Wandern, Radfahren, Rennrad fahren, Mountainbiken und Laufen.

Du hast die Wahl zwischen verschiedenen Fitnessstufen bei der Auswahl deiner Tour.

Per GPS kannst du dich orten lassen und in deinem Umfeld Touren finden. Auch bei der Wanderung ist das GPS hilfreich um zu sehen, wo du dich gerade befindest.

Zu jeder Wanderung wir die Karte, das Höhenprofil, die Wegbeschaffenheit und die gespeicherten Highlights angezeigt.

 

Die Highlights zu unserer Tour kommen jetzt:

 

Start ist am Bahnhof, wo du mit der Regionalbahn oder der S1 anreisen kannst.

Der Weg führt über Marktplatz mit seinen Fachwerkhäusern hinauf zur Stiftskirche mit dem bekannten Glockenmuseum. Von dort geht es steil hoch zum Schlossberg. Auf dem Schlossberg stand einst die Burg des Pfalzgrafen Rudolf II. von Tübingen, dem Gründer der Stadt. 1228 wurde die Burg beurkundet, doch wurde sie 1807 zur Baumaterialgewinnung abgetragen. Heute ist nur noch der Stumpf des früheren Pulverturms übrig, von dem man jedoch eine prima Aussicht hat.

Ein Modell der Burg kann man im Fruchtkasten in Herrenberg anschauen. Im Fruchtkasten wurden früher die Abgaben von Ernteerträgen an die Herrschaft gelagert. Heute ist im Fruchtkasten eine stadtgeschichtliche Ausstellung zu sehen (Öffnungszeiten: Jeden letzten Sonntag im Monat von 15-18 Uhr). 

 

Der Schlossberg ist ein beliebtes Ausflugsziel und im Sommer dient er als Gastgeber und Kulisse des Sommernachtskinos. In diesem Jahr startet es am Mittwoch, den 18.07.2018 und geht 2,5 Wochen bis zum Sonntag, den 05.08.2018. Ab Mitte Juni kannst du das Programm auf der ansehen.

 

Weiter geht die Tour am Schönbuchtrauf entlang bis zum Roten Meer. Das Rote Meer ist eine künstlich angelegte Wassergrube, in der Holzrohre gelagert wurden.  Diese hat man für die Speisung städtischer Brunnen benötigt. Zur Lagerung mussten sie nass gehalten werden, weil sie sonst Risse bekommen hätten. Die Gesteinsschichten an der Grube schwemmten Sand ein, welcher die rötliche Färbung mitbrachte. Daher wurde das Wasser rot und der Teich bekam ihren Namen. Bis heute wurde dieser beibehalten. Die Grube ist übrigens nur 5 x 30 Meter groß und heute ausgetrocknet.

 

An der Grube steht auch eine 380 Jahre alte Eiche – ein Naturdenkmal. Sie ist der größte Baum der Herrenberger Gemarkung. Der Umfang der Eiche beträgt 5,70 Meter und oben prangt eine breite Trichterkrone. Die Höhe wurde 2009 auf 27 Meter geschätzt. Vermutlich ist es heute noch ein bisschen mehr.

Möglicherweise ist die Eiche auch schon als Galgenbaum missbraucht worden: Nach einer alten Überlieferung sollen sich zwei Schäfer - einer aus Herrenberg, der andere aus dem benachbarten Haslach - so ins Gehege gekommen sein, dass der Streit mit dem Tod des einen endete. Der andere wurde daraufhin an der Eiche aufgehängt.

 

Ein weiteres Abenteuer kann der bald auftauchende Waldseilgarten bieten.

 

Wer jetzt schon eine Rast braucht kann im Naturfreundehaus einkehren. 

Nächstes Highlight ist der Schönbuchturm, über den wir in Episode HVP012 bereits berichtet haben.

 

Weiter führt der Weg vorbei am Waldfriedhof, entlang des Schönbuchtraufs auf dem HW5. Dieser ist einer von 10 Hauptwanderwegen, die durch den Schwäbischen Albverein angelegt und gepflegt werden. Der HW5 ist übrigens 307 km lang und geht von Pforzheim bis auf den Schwarzen Grat bei Isny. Die Hauptwanderwege des SAV sind mit einem roten Balken auf weißem Untergrund gekennzeichnet und mir ihrer jeweiligen Nummer versehen. 

 

Oberhalb von Mönchberg verlassen wir den Schönbuch. Der Schönbuch ist übrigens das größte zusammenhängende Waldgebiet Baden-Württembergs. Sei 1972 ist sein Kerngebiet sogar Naturpark und war damit der ersten in Ba-Wü. Wie wir erfahren haben, war der Schönbuch in den 60er Jahren einmal in der engeren Auswahl, um Ausweichgebiet des Stuttgarter Flughafens zu werden. Gott sein Dank, hat sich eine Arbeitsgemeinschaft gebildet und sich dagegen ausgesprochen.

 

Heute ist der Schönbuch eine vielseitige Region mit wenig Straßen, dafür umso mehr Rad- und Wanderwegen. Es gibt alte Bäume, wie die Eiche am Roten Meer, bunte Tal- und Streuobstwiesen, Alleen, Wildgehege, Fließgewässer und Moorgebiete aufzustöbern.

Im Mittelalter wurde der Wald des Schönbuchs übrigens so rege genutzt, dass Goethe bei seiner Italienreise nur wenige Bäume vorfand, was auch nachzulesen ist. Seit 1820 wird der Schönbuch wieder aufgeforstet. Der Plan ist zu einem Drittel Nadel und zwei Drittel Laubbaumarten anzusiedeln.

 

In Kayh kehrten wir auf der Hocketse des Obst- und Gartenbauvereins ein. Die Wortherkunft von Hocketse liegt im Wort "Hocken", was im Schwäbischen für "Sitzen" verwendet wird. Bei einer Hocketse sitzt man also gemütlich beisammen. Meist werden diese Feste von Vereinen oder von lokalen Unternehmen wie Bäckereien veranstaltet. Der Ausdruck Hocketse wird scherzhaft auch vom Ausspruch "do hocket se" („da sitzen sie“) hergeleitet. Mehr Schwäbisch findest du in unserem Schwäbisch Wiki.

 

Nach der Stärkung ging unser Weg unter der Bundesstraße 296 und unter der A81 entlang über Rapsfelder bis zum Ammertal südlich vom Herrenberger Ortsteil Gültstein entlang.

Im Tal unterhalb des Schönbuchs trifft man auf Streuobstwiesen so weit das Auge reicht. 26 Hektar groß ist die größte Streuobstlandschaft Mitteleuropas. 1,5 Millionen Obstbäume mit ca. 3000 Obstsorten und 5000 Tier- und Pflanzenarten kannst du hier bestaunen. Auf das Thema Streuobst gehen wir in einer späteren Episode noch einmal ins Detail ein, wenn wir den Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins im Interview haben.

 

Der Rückweg führte uns noch am Coworking Space vorbei und dann wieder zum Bahnhof.

 

Eine schöne Tour, die wir dir sehr empfehlen können.

 

Hast du jetzt Lust die Wanderung nachzuwandern und Komoot einmal auszuprobieren? Am besten funktioniert Komoot, wenn du dir das Kartenmaterial der Region, wo du dich befindest, herunterlädst.

Wir haben uns das Komplett-Paket für damals knapp 30 € gekauft. Daher können wir nun zum einen alle Karten weltweit nutzen, herunterladen, unsere Touren speichern und auch Outdoor-Abenteuer verschenken. Gib uns deine Mailadresse und wir können dich zu Komoot einladen. Dann erhältst du ein kostenloses Regionen-Paket im Wert von 8,99€ und könntest dir schon einmal die Region um Herrenberg herunterladen.

 

Egal ob mit App oder ohne, geh am Wochenende mal wieder wandern, es tut deinem Körper und deiner Seele gut!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0