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Coworking im Raum Stuttgart - Inhaber vom Coworking0711 Harald Amelung im Interview - HVP050


 

Harald Amelung kommt ursprünglich aus Zwickau und ist seit mehr als 10 Jahren in der Stuttgarter Region zu Hause. Er ist selbstständig und fand zu Beginn seiner Selbstständigkeit die Arbeit im Home Office super. Doch nach gut einem Jahr fiel ihm die Decke auf den Kopf. Ihm fehlten der Austausch und die sozialen Kontakte.

 

Sein erster Weg führte ihn dann mit seinem Laptop in Cafés, da es für ihn nicht in Frage kam ein Büro anzumieten, wo er zwar raus gekommen wäre von daheim, doch auch wieder allein gewesen wäre. Vor ca. 8 Jahren war es in Deutschland jedoch noch viel schwieriger als heute ein Café mit WLAN und Steckdosen zur Nutzung zu finden, dessen Betreiber und Gäste es geduldet haben, dass man über viele Stunden da ist, doch nur einen Kaffee konsumiert.

 

Nachteile des Cafés waren außerdem der meist zu kleine Tisch und die Frage: Was tun, wenn man mal auf Toilette muss? Laptop stehen lassen oder alles wegpacken? Ideal war es also nicht.

 

Dann wurde er auf die Art des Arbeitens, die es in den USA schon gab, aufmerksam, nämlich das Coworken. Das wurde von Leuten erfunden, die die gleichen Probleme hatten wie er. Brad Neuberg hatte auch schon einiges ausprobiert: Starbucks und auch Business Center. Doch diese waren zu teuer und auch von der Atmosphäre nicht das Gewünschte, wie Startups oder Freelancer es gern haben.

 

Die Grundidee des Coworkens sieht so aus, dass sich Selbstständige, Freelancer und auch Angestellte, die im Home Office arbeiten könnten, ein Büro teilen. Meist sind es Großraumbüros, doch auch Einzelbüros sind vorhanden. Die Büros sind eingerichtet mit allem, was man braucht. Man bringt nur seinen Laptop und seine Projekte mit und es kann loslegen. Außerdem trifft man auf Gleichgesinnte, mit denen man sich austauschen kann, von einander lernen kann und so sind auch schon Kooperationen entstanden, von denen vorher keiner etwas wusste. Zusätzlich gibt es Meetingräume, die man sich reservieren kann.

 

Da es in Stuttgart sowas nicht gab, startete Harald sein eigenes Space. Er präsentierte seine Idee beim Barcamp in Stuttgart und beim Webmontag und fand so eine Mitgründerin. Auch die Wirtschaftsförderung der Stadt wurde aufmerksam und unterstützte das Projekt. Im März 2010 wurde dann das erste Coworking Space in Stuttgart eröffnet. Danach nahm die Geschichte ihren Lauf.

 

Auch wenn es besonders im Sommer schwierig war Arbeiter für das Space zu begeistern, stieg das Interesse. Mittlerweile wurde das Stuttgarter Space verlagert und umfasst nun 350 Quadratmeter mit 40 Arbeitsplätzen. Ca. 70 regelmäßige Nutzer zählt das Space heute. Einige kommen regelmäßig, andere nur einmal im Monat oder wenn es gerade passt. Einige haben auch ihre festen Plätze. 

 

2015 kam die Anfrage an Harald auch in Herrenberg ein Space aufzumachen. Also einfach mal machen. Kontakte nutzen, die Wirtschaftsförderung unterstützte und auch die Community. 2017 wurde das Space im Amselweg 1 dann eröffnet.

 

Daraufhin folgte die Anfrage von Esslingen. Hier soll der Schwerpunkt mehr auf Gründer gelegt werden und eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Esslingen steht an. Die Eröffnung ist für Ende Oktober/Anfang November geplant. Das Gebäude konnte von der Firma Metzger übernommen werden sowie ein Großteil der Einrichtung. Stand Anfang Oktober gibt es noch kein WLAN, weswegen das Space noch sehr ruhig und nicht regelmäßig geöffnet ist. Das Besondere am Space in Esslingen ist die Raumstruktur, denn es gibt viele kleine Räume für Teams oder für ruhiges Arbeiten.

 

Welche Arbeiten sind für ein Coworking Space gut geeignet und welche nicht?

 

Durch die betriebsame Ruhe kann im Space viel produktiver gearbeitet werden. Ungeeignet sind daher Arbeiten, bei denen viel telefoniert werden muss, denn das stört die anderen.

Schriftsteller, Coach, Berater, Übersetzer, Werbetexter, Journalist, Ingenieur, Softwareentwickler sind perfekte Berufe für ein Coworking Space. Außerdem sind Teams im Space, deren Firma kein Büro in der Nähe hat. So können Fahrzeiten gespart werden und die Teams können beisammen arbeiten, besser als jeder daheim in seinem Home Office. 

 

Haralds Vision: Mit Coworking Spaces kann etwas gegen die Pendler-Problematik getan werden, wenn man im Space schnell mit dem Rad ist, statt sich über S-Bahn und Stau auf der Autobahn und in der Stadt zu ärgern.

 

Zusätzlich zum gemeinsamen Arbeiten gibt es noch Community Events. Das kann der Kaffee in der Pause sein oder gemeinsame Grillabende, Pizzaabende, gemeinsames Frühstück, Wanderungen, Ausflüge, Workshops über die Coworking Academy, das Herrenberger Gründungsmeeting, Herrenberg Digital.

 

Alle weiteren Infos, Kontakte, Adressen, Preise und Events findest du hier:

 

Website coworking0711

Facebook coworking0711

Facebook coworking Academy


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